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Aktuelle Bestandsaufnahme der Präventionsarbeit gegen Extremismus in Hessen


Welche Initiativen und Aktivitäten gibt es in Hessen, um extremistischen Tendenzen vorzubeugen, und wo sind noch Lücken? Der Bestandsbericht 2016 über Demokratiebildung und Extremismusprävention in Hessen, den das Demokratiezentrum Hessen erstellt hat, gibt Antworten darauf.

Präventionsbericht 2016
Präventionsbericht 2016


Von Anfang April bis Ende Mai 2016 führte das Demokratiezentrum Hessen im beratungsNetzwerk hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus eine Bestandserhebung zu Angeboten der Demokratiebildung und Extremismusprävention in Hessen mittels einer Online-Umfrage durch.

Die wichtigsten Ergebnisse zu den im Online-Fragebogen abgefragten Phänomenbereichen rechtsextremismus, Salafismus/Islamismus und Linksextremismus sind:

Prävention von Rechtsextremismus:

Hier sind Maßnahmen zur Aufklärung im Bereich Rechtsextremismus und zur antirassistischen Bildung gut vertreten. Angebote zum interkulturellen Dialog und zur Gewaltprävention werden zumindest regelmäßig durchgeführt. Präventionsangebote für Kinder und ältere Menschen über 60 Jahre, geschlechtssensible Angebote oder Maßnahmen für rechtsextrem orientierte Jugendliche und ihre Angehörigen sind hingegen selten zu finden. Weniger vorhanden sind zudem Angebote zur Bildung einer kritischen Medienkompetenz.

Prävention von Salafismus/Islamismus:

Hier gibt es vermehrt Angebote zur Förderung des interkulturellen Dialogs, und Maßnahmen zur Ausbildung einer kritischen Medienkompetenz sind im Vergleich zur Prävention von Rechtsextremismus bzw. Linksextremismus am meisten vertreten.

Prävention von Linksextremismus:

Hier findet sich keine spezifische Präventionsarbeit, sondern die befragten Träger bearbeiten den Bereich Linksextremismus mit, indem sie grundlegende Präventionsarbeit leisten, die die demokratischen Werte und die gesellschaftliche Teilhabe stärkt. Dieser Befund ist allerdings nicht als Leerstelle zu sehen, sondern entspricht der Bilanz des Bundesprogramms „Initiative Demokratie stärken“ (2011-2014), dass „der Bedarf für einen flächendeckenden Programmbereich zur Prävention von Linksextremismus im Jugendalter aktuell nicht gegeben ist“.

Aufgrund der Ergebnisse gibt der Bericht folgende Empfehlungen:

  • Bei Angeboten für extremistisch orientierte Jugendliche und ihre Angehörigen besteht ein (eingeschränkter) Ausbaubedarf
  • Die Altersgruppe der unter 10-Jährigen sollte stärker in den Blick genommen werden, denn wissenschaftliche Befunde zur Entstehung von rechtsextremistischen Orientierungen zeigen, dass in der Kindheit die Grundlagen für spätere rechtsextremistische Orientierungen gelegt werden. Das lässt sich auch für andere extremistische Orientierungen annehmen.
  • Eine geschlechtssensible Arbeit, die auch geschlechtsgetrennte Gruppenangebote umfasst, ist sinnvoll und wünschenswert.
  • Ein weiterer Ausbau der Arbeit im Bereich der kritischen Medienbildung im Themenfeld Rechtsextremismus ist wünschenswert, da die Einbindung, Anwerbung und Meinungslenkung auch hier immer mehr durch mediale Kommunikationsmittel erfolgt.
  • Weiteren Angeboten zur Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen sollte mit Blick auf die Ansprache neuer Milieus in der Einwanderungsgesellschaft künftig eine höhere Bedeutung zukommen.


>> Den Bericht zum Herunterladen, finden Sie >> hier