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Beispielhaftes Kulturbühnen-Projekt: Häftlinge der JVA Wiesbaden führen Theaterstück auf


17.10.2017

Die Kulturbühne in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wiesbaden „Die Werft“ lädt zu einer neuen Produktion „Die Räuber. Ein Dokumentardrama.“ nach Friedrich Schillers Klassiker ein. Premiere ist am Donnerstag, 19.10.2017, um 18 Uhr. Einlass ab 17.30 Uhr

Die Kulturbühne in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wiesbaden „Die Werft“ lädt zur Theateraufführung  „Die Räuber. Ein Dokumentardrama.“ ein
Die Kulturbühne in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wiesbaden „Die Werft“ lädt zur Theateraufführung „Die Räuber. Ein Dokumentardrama.“ ein

Vater-Sohn-Drama, Kain und Abel, Verwandlung vom Helden zum Terroristen - in Schillers Erstlingswerk von 1782 steckt vieles, das eine Aufführung in der Werft naheliegend macht. Die Macher haben das große Sturm und Drang-Stück zur Folie für eine Motivsuche der echten Taten gemacht: derer, die an diesem Abend auf der Bühne stehen und hinter der Maske von Karl und Franz Moor, Spiegelberg oder Roller einen Einblick geben in das Seelenleben der Räuber von heute.

Weitere Vorstellungen gibt es am 26. Oktober, 02., 09., 16., 23. und 30. November sowie am 07. und 14. Dezember jeweils um 18.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr).

Im Gegensatz zu früheren Vorstellungen ist eine Anmeldung per E-Mail nicht mehr möglich. Zur Kartenreservierung nutzen Sie bitte das Ticketsystem auf der Webseite: http://die-werft.net/karten/. Voraussetzung für einen Vorstellungsbesuch sind die eingetragenen Namen und Geburtsdaten aller Gäste im Ticketsystem sowie ein gültiger Personalausweis am Abend der Vorstellung.

 

Hintergrund

Seit 2008 verfolgt eine Kooperation zwischen dem Förderverein JVA Holzstraße, der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden und der Kultur- und Filmproduktion „Involve“ ein ehrgeiziges Ziel: Anspruchsvolle Theaterarbeit mit jungen gefangenen Männern soll interkulturelle Dialogbereitschaft fördern, Resozialisierungschancen stärken und eigenständige und hochwertige Theaterproduktionen ermöglichen.
Nach positiven Evaluationen, ungewöhnlichen Resozialisierungserfolgen bei entlassenen Teilnehmern und künstlerischen Erfolgen wie der Einladung zu den Internationalen Maifestspielen sowie den Gewinn des Publikumspreises der Hessischen Theatertage 2015 nahmen die Initiatoren gemeinsam mit der Leitung der Justizvollzugsanstalt einen weiteren Meilenstein ins Visier: den Aufbau von Deutschlands erster festen Studiobühne in einem Gefängnis.

Seit Mai 2013 verfügt die JVA Wiesbaden über ein eigenes Theater, in dem regelmäßig für Mitgefangene, Bedienstete und externe Zuschauer gespielt wird. Neben dem Angebot der großen Theaterproduktionen ist die „Werft“ in den letzten Jahren zu einem kulturellen Treffpunkt gewachsen: Klassische Klavierkonzerte, Analyse von Arthouse-Kino, Lyrikwerkstatt, Philosophische Zirkel u.v.m. gehören inzwischen zum regelmäßigen Portfolio des Kulturangebotes für die jungen Gefangenen.

Projektträger ist der Förderverein JVA Holzstraße e. V., der auch Mitglied im Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ist, in Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden. Das Projekt wird auch als Modellprojekt zur Radikalisierungsprävention im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert (siehe https://www.demokratie-leben.de/mp_modellprojekte-zur-radikalisierungspraevention/kultur-als-veraenderungspotential-im-justizvollzug.html).

Weitere Informationen: http://www.foerderverein-jva-holzstrasse.de/index.html und http://die-werft.net/projekt/ und >> Flyer