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Beratungsnetzwerk Hessen als relevanter und kompetenter Ansprechpartner etabliert


22.06.2016

 

Bilanz 2015: Anfrage-Zuwachs verzeichnet / Füchtlingsthema macht sich bemerkbar

Immer mehr Hilfesuchende wenden sich an das „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“: Im Jahr 2015 wurde die vom Land und vom Bund geförderte Einrichtung in insgesamt 70 Fällen angefragt, im Jahr davor waren es noch 62. Dabei spielt auch die aufgekommene Flüchtlingsthematik eine Rolle.

Angegliedert sind das Beratungsnetzwerk sowie das als Geschäftsstelle fungierende Demokratiezentrum Hessen am Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg. Dort werden landesweit die Beratungen und Präventionsmaßnahmen vermittelt, koordiniert und dokumentiert.

Seit 2007 bietet das Beratungswerk Hessen professionelle, am jeweiligen Bedarf orientierte, aufsuchende und kostenlose Beratung für Kommunen, Schulen, Vereine oder Einzelpersonen (Betroffene, Eltern, Angehörige) an. Die etwa 30 Beraterinnen und Berater des Netzwerks helfen nach Vorfällen mit einem rechtsextremen, antisemitischen, rassistischen oder antidemokratischen Hintergrund sowie aktiv vorbeugend bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Seit 2007 bis Ende vergangenen Jahres waren die Beraterinnen und Berater hessenweit 421 Mal im Einsatz, um Menschen zu beraten und zu unterstützen.

Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechstextremismus: Anzahl der Beratungsfälle im Jahr 2015
Die aktuelle Übersichtsauswertung für 2015 zeigt, dass das Angebot des Beratungsnetzwerks grundsätzlich in ganz Hessen wahrgenommen wird: sowohl in ländlichen Regionen als auch in Städten. Jedoch häufen sich die Anfragen in einigen Bereichen. So war 2015 die Beratungstätigkeit wesentlich von der Fluchtthematik geprägt, wobei insbesondere das seit 2014 diesbezügliche Angebot der proaktiven Beratung (vornehmlich von Kommunen) sehr gut angenommen wurde. Die Beratungsfälle haben sich hier von 9 Fällen in 2014 auf 24 Fälle in 2015 nahezu verdreifacht.

Neu geschaffen wurde im Jahr 2015 die Opferberatungsstelle „response“, die in zehn Fällen tätig wurde. Mit der neuen Beratungsstelle, die an der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/M. angesiedelt ist, konnte die in Hessen bislang vorhandene Lücke für Betroffene rechter Gewalt geschlossen werden.

Das Beratungsnetzwerk ist seit 2015 zudem zentrale Anlaufstelle für Fragen speziell zur Prävention und Demokratieförderung in den Themenfeldern Rechtsextremismus und extremistischer Salafismus. Dabei wurden 2015 insgesamt 38 Präventionsprojekte durchgeführt – überwiegend Vorträge oder Workshops.
Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechstextremismus: Beratungsanlässe imJahr 2015

Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit äußern sich auf vielfältige Weise, entsprechend unterscheiden sich auch die Anlässe, die zu einer Beratungsanfrage führen. Häufig waren es auch 2015 mehrere Anlässe, die Grund für eine Anfrage waren. So gab es beispielsweise in Kommunen oft mehrere Motive, um Beratungshilfe zu bitten, wenn im Zuge der Unterbringung von Flüchtlingen verstärkt Vorurteile oder diffuse Ängste gegenüber Flüchtlingen in der Bevölkerung wahrgenommen wurden und diese von konkreten Einschüchterungsversuchen, Bedrohung oder gar Gewalt gegenüber Geflüchteten und/oder politisch Verantwortlichen, teilweise auch von Hetze im Internet begleitet wurden.

In jedem Fall spiegeln die 2015 registrierten 70 Beratungs- und 38 Präventionsfälle des Beratungsnetzwerks Hessen einen großen Bedarf an Unterstützung und Vorbeugung im Bereich des Rechtsextremismus, Salafismus oder Rassismus in Hessen wider. Darüber hinaus zeigt die steigende Nachfrage, dass das Netzwerk als relevanter Ansprechpartner in Hessen von Politik und Gesellschaft angenommen wird.