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Beratungsnetzwerk legt Jahresbericht 2017 vor


02.08.2018

Immer mehr Menschen wenden sich an das „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“: Im vorigen Jahr 2017 stiegen die Beratungs- sowie die Präventionsaktivitäten auf einen Höchststand an. Ursache dafür sind nach Ansicht der Experten u. a. ein wachsender Populismus und eine zunehmende Polarisierung, was zu Verunsicherungen und Radikalisierungen führe.

Jahresbericht des Beratungsnetzwerks 2017
Jahresbericht des Beratungsnetzwerks 2017

Wie aus dem aktuellen Jahresbericht 2017 hervorgeht, verzeichnete das Beratungsnetzwerk Hessen im Jahr 2017 mit 142 neuen Beratungsfällen und 119 Präventionsangeboten Rekordzahlen seit Gründung des Netzwerks im Jahr 2007. „Es scheint, dass sich die bundesdeutsche Gesellschaft zunehmend polarisiert und gleichzeitig bei vielen Menschen die Unsicherheit wächst, wie sie etwa mit den zugespitzten Debatten im privaten, aber auch im beruflichen Umfeld umgehen können. Das zeigt sich auch an unseren Zahlen: Ob in der Schule, im Verein oder in hessischen Kommunen – die Zahl der Vorkommnisse mit einem rechtsextremen,
rassistischen oder antisemitischen Hintergrund nimmt nicht ab, der Bedarf nach Informationen und Fortbildung nimmt zugleich zu“, beschreibt der Leiter des Demokratiezentrums, Dr. Reiner Becker, die Lage.
Bei den Beratungsfällen fällt vor allem die stetig steigende Nachfrage in der Opferberatung auf: Allein rund 40 Personen nahmen 2017 dieses Beratungsangebot in Anspruch, das von der Beratungsstelle „response. Beratung für Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt“ an der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt geleistet wird, die Ende 2017 eine Zweigstelle in Kassel eröffnete.
Deutlich erhöht hat sich im vergangenen Jahr auch die Zahl der Präventionsprojekte mit 119 Angeboten im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2016 (92 Fälle). Hinzu kamen 220 Bildungsveranstaltungen von Trägern, die durch das Beratungsnetzwerk Hessen gefördert werden. Es wurden überwiegend Fortbildungen, Workshops sowie Vorträge angeboten, ferner zahlreiche Diskussionen und Fachgespräche. Informationsmaterial ergänzte das Präventionsangebot. Neben der detaillierten statistischen Auswertung finden sich in dem 60-seitigen Jahresbericht u. a. Kapitel über Neuigkeiten aus dem Netzwerk, über die Vernetzungs-, Austausch- und Weiterbildungsaktivitäten sowie ein ausführliches Kapitel mit Praxisbeispielen. Den Jahresbericht 2017 dkann man hier herunterladen.