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Lagebericht 2018: Wie Islamisten Kinder und Jugendliche in Social Media anwerben


06.06.2019

Das Internet bietet für Extremisten ideale Kommunikations- und Propagandamöglichkeiten, um „Nachwuchs“ zu rekrutieren. Das gilt für Rechtsextremisten genauso wie für Islamisten, wie der aktuelle Lagebericht „Islamismus im Netz 2018“ zeigt.

 

Cover des Lageberichts „Islamismus im Netz 2018“
Cover des Lageberichts „Islamismus im Netz 2018“
Provokante Videos, Anleihen aus Comics und Computerspielen, subtile Hassbotschaften: Islamistische Gruppen ködern Kinder und Jugendliche in beliebten Messenger- und Social-Media Diensten und knüpfen dabei an deren Lebenswelt an. Wie der aktuelle von jugendschutz.net erarbeitete Bericht „Islamismus im Netz 2018“ belegt, greifen Islamisten gezielt jugendkulturelle Debatten auf und docken ihre Propaganda daran an. Oft knüpfen sie dabei auch an das Gerechtigkeitsgefühl junger Menschen oder an Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung an. Sie sprechen so ein möglichst großes und vor allem junges Publikum an.

„Für islamistische Akteure sind Instagram, YouTube und Telegram ein ideales Rekrutierungsfeld", sagt Stefan Glaser, Leiter von jugendschutz.net. Zwar sei ein Rückgang von strafbaren Angeboten festzustellen, das Gefährdungspotenzial für junge Userinnen und User habe sich aber kaum verringert. „Die mobile Nutzung dieser Dienste gehört für Kinder und Jugendliche zum Alltag, sodass sich die Ansprache leicht außerhalb der Einflussräume von Eltern oder Bezugspersonen vollziehen kann.“ Strategie der Extremisten sei es, über jugendkulturelle Phänomene einen niedrigschwelligen Zugang zur islamistischen Weltanschauung zu schaffen.

Im Jahr 2018 dokumentierte jugendschutz.net im Themenfeld Islamismus 649 Fälle (2017: 786) mit insgesamt 872 Verstößen (2017: 1.547). Meist wurden Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, z. B. vom „Islamischen Staat“ verbreitet. Erfolge konnte jugendschutz.net durch gute Kontakte zu den Globalen Playern verzeichnen: Löschung von Verstößen bei YouTube 99%, Facebook 82%, Instagram 98%.

Der Bericht „Islamismus im Netz 2018“ steht unter https://www.hass-im-netz.info/bericht2018/ zum Download bereit.

Die Broschüre „Salafismus Online“ stellt Arbeitsmaterialien für die praktische Arbeit in der Schule bereit und bietet Hintergrundinformationen über Propagandastrategien im Netz. Sie wird von jugendschutz.net und klicksafe in Kooperation mit ufuq.de herausgegeben und kann unter https://www.klicksafe.de/salafismus/ abgerufen werden.

Der aktuelle Lagebericht für 2018 von jugendschutz.net über „Rechtsextremismus im Netz“ ist noch nicht veröffentlicht.

Quellen: http://www.jugendschutz.net/pressemitteilung/ und https://www.hass-im-netz.info/themen/detail/artikel/bericht-2018-islamismus-im-netz/