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Neues interaktives Lernlabor: Von Anne Frank bis Hate Speech


07.06.2018

Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/M. startet nach aufwendiger Renovierung ihre Anne-Frank-Ausstellung neu – als Lernlabor “Anne Frank. Morgen mehr.” Die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen ist am Dienstag 12. Juni.

Flyer-Cover
Flyer-Cover

Seit mehr als drei Jahren hat der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank Dr. Meron Mendel die Neukonzeption der Ausstellung samt einjährigen Umbau-Phase vorangetrieben, am 12. Juni – dem 89. Geburtstag von Anne Frank – wird die Ausstellung nun als Lernlabor feierlich eröffnet.
In Zeiten, in denen antisemitische Hassrede wieder offener zu Tage tritt und rassistische, sexistische, homophobe und andere menschenfeindliche Haltungen und Äußerungen zum Alltag auch im Leben vieler Jugendlicher gehören, ist das Lernlabor laut Mendel ein wichtiger pädagogischer Beitrag, um die nachwachsende Generation für die Teilhabe an einer demokratischen Gesellschaft zu stärken.

Mit dem neuen Lernlabor “Anne Frank. Morgen mehr.” entsteht ein Ort der lebendigen Diskussion und Debatte. Es ersetzt die bisherige Dauerausstellung der Bildungsstätte, in der sich Jugendliche seit 1994 aktiv mit Leben und Werk Anne Franks auseinandersetzen können. Im Lernlabor werden die Erfahrungen und Fragen Anne Franks für die Gegenwart lebendig gemacht werden – als Erinnerung an die Geschichte, aber auch als Perspektive auf die gegenwärtige und künftige Gesellschaft.

Meron Mendel weist auf den symbolischen Gehalt des Titels „Morgen mehr“ hin: „In ihrem Tagebuch schloss Anne Frank den ersten Eintrag, den sie aus dem Versteck in Amsterdam verfasste, mit dem Versprechen ‘Morgen mehr’ ab. Diese Hoffnung, diese Neugier aufs Kommende inmitten brutaler Verfolgung wollen wir uns im Lernlabor zum Vorbild nehmen – und als Aufgabe an Frankfurt zurückgeben.”

Das Konzept

Im Sinne des „Morgen mehr“ setzt das neue, besonders für Gruppen von Jugendlichen konzipierte Lernlabor auf Partizipation und Teilhabe. Neben einer pädagogischen Kraft begleitet ein digitales Tool die Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung, hilft bei der Bedienung der Stationen und lenkt ihre Aufmerksamkeit je nach persönlichem Fokus. „Sie werden mit Leben und Werk Anne Franks vertraut gemacht und zugleich motiviert, in einen Austausch über aktuelle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung zu kommen”, sagt Deborah Krieg, stellvertretende Direktorin und Kuratorin der Ausstellung.

Morgen mehr? – Die Kampagne

Begleitet wird die Ausstellung von einer Medienkampagne in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk und der Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF): Die Frage „Morgen mehr?“ wird auf vielen Plakatwänden in der Frankfurter Innenstadt und auch auf den Fahrscheinautomaten des öffentlichen Nahverkehrs zu sehen sein. Darunter zeigen fröhliche Comic-Figuren aus der Feder des Hamburger Illustrators Sebastian Iwohn Situationen, mit denen Werte wie Offenheit, Engagement und Mitmenschlichkeit symbolisiert werden: Menschen mit Behinderung beim gemeinsamen Sport, ein schwules Paar, eine Demo. Stets werden die Betrachter dabei persönlich angesprochen: „Du entscheidest, wie frei unsere Stadt sein soll“ und „Du entscheidest, wie gleichberechtigt unsere Stadt sein soll“ sind nur zwei der Slogans.

Der festlichen Eröffnung am 12. Juni 2018– dem 89. Geburtstag von Anne Frank und 2. Anne Frank-Tag der Stadt Frankfurt – mit geladenen Gästen und einem Festakt ab 17.15 Uhr mit u. a. Trude Simonsohn (Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt), Peter Feldmann (Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt), Josef Schuster (Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland) und Aiman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland) folgt ein großes Publikumswochenende am 16. und 17. Juni,  an dem auch prominente Frankfurterinnen und Frankfurter teilnehmen – darunter der Rapper und Musikproduzent Moses Pelham sowie die Rabbinerin Elisa Klapheck.

Weitere Informationen: www.bs-anne-frank.de/morgenmehr
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