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Rechtsextremismus in Hessen: 2019 erneut Rekordzahlen bei Beratung und Prävention


12.03.2020

Im „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ sind im vergangenen Jahr die Zahlen der Beratungsfälle wie auch der Präventions- und Bildungsangebote erneut auf einen Höchststand gestiegen.

Hessenkarte mit geographischer Verteilung der Beratungs- und Präventionsfälle „Beratungsnetzwerks Hessen“ im Jahr 2019. Copyright: Demokratiezentrum Hessen
Hessenkarte mit geographischer Verteilung der Beratungs- und Präventionsfälle „Beratungsnetzwerks Hessen“ im Jahr 2019. Copyright: Demokratiezentrum Hessen
Wolfhagen – Wächtersbach – Hanau: Gewalttaten in Hessen haben in den letzten Monaten auf schreckliche Weise klargemacht, dass der Rechtsextremismus zu einer immer größer werdenden Gefahr geworden ist. Für Fachleute ist das nicht überraschend: Seit Jahren steigt auch in Hessen die Zahl der Menschen, die Hilfe zu diesem Thema suchen: So registriert das „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ für 2019 erneut Rekordzahlen. 

Das vom Land Hessen und vom Bund geförderte Netzwerk berät Gewalt- und Bedrohungsopfer, Schulen, Eltern, Familienangehörige, Kommunen, Vereine und andere Betroffene in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitis¬mus und Rassismus und bietet Präventionsmaßnahmen an. 

Rekordzahlen: 295 Beratungsfälle, 149 Präventions- und 476 Bildungsangebote

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 295 Beratungsfälle (2018: 248) sowie 149 Präventions- (2018: 123) und 476 Bildungsangebote (2018: 288) im Beratungsnetzwerk Hessen dokumentiert – so viele wie nie zuvor. Das teilt das zuständige Demokratiezentrum Hessen an der Philipps-Universität Marburg aktuell mit. 
Die Tendenz nach oben zeichne sich schon seit langem ab. Wachsender Rechtspopulismus, sprachliche Verrohung, Hass und Hetze im Internet und offene Bedrohungen als Ausfluss einer verfestigten Polarisierung und Unsicherheit in der Gesellschaft führten – ebenso wie der gestiegene Bekanntheitsgrad des Beratungsnetzwerks – dazu, dass sich von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen an das Netzwerk wendeten, erklärt das Demokratiezentrum Hessen, das als zentrale Fach-, Anlauf-  und Geschäftsstelle des Netzwerks fungiert. 

Aus Worten werden zusehends Taten

„Spätestens seit Anfang der 1980er-Jahre wissen wir, dass Tendenzen wie Rechtsextremismus und Antisemitismus weit in der Mitte der Gesellschaft verbreitet sind. Neu ist, dass mit Hilfe der sozialen Netzwerke die 'Büchse der Pandora' geöffnet wurde. Und damit sind wir täglich konfrontiert“, sagt Dr. Reiner Becker, Leiter des Demokratiezentrums Hessen Becker. Zusehends folgten aus Worten Taten. So auch in Hessen, das im vergangenen Jahr besonders mit dem Problem rechter Gewalt konfrontiert war, aber keineswegs der „Hotspot der Republik“ sei. 

Um Rechtsextremismus entgegenzutreten und ihm vorzubeugen, müsse man an „vielen Stellschrauben drehen“, meint Reiner Becker. Es gelte, sich stärker und dauerhafter klar gegen menschenfeindliche Tendenzen und für unseren gesellschaftlichen Wertekonsens zu positionieren, fordert er. Jeder Einzelne sei dazu aufgerufen. Denn: „Unsere Demokratie ist nicht selbstverständlich, und es braucht mehr denn je ein breites Engagement dafür“, so Becker

Faltblatt „Das Jahr 2019 in Zahlen“

Die aktuellen Zahlen gehen aus einer ersten Kurz-Bilanz des Demokratiezentrums Hessen für 2019 hervor, in der frühzeitig, komprimiert und übersichtlich über die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit des Beratungsnetzwerks im vergangenen informiert wird.

Das neue Faltblatt „Das Jahr 2019 in Zahlen“ kann als pdf-Datei hier heruntergeladen werden:
>> als pdf im Original-Faltblattformat
>> oder als pdf mit den Einzelseiten




Druckexemplare des DIN-A-4-Faltblatts „Das Jahr 2019 in Zahlen“ können kostenfrei bezogen werden beim:

Demokratiezentrum Hessen
Philipps-Universität Marburg
- Stichwort: Faltblatt „Das Jahr 2018 in Zahlen“ -
Wilhelm-Röpke-Str. 6
35032 Marburg
Tel.: 06421 - 28 21 110
E-Mail: kontakt@beratungsnetzwerk-hessen.de