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Sara Nussbaum Zentrum zeigt in Kassel Ausstellung „Leben nach dem Überleben“


22.02.2018

Das Sara Nussbaum Zentrum präsentiert ab dem 1. März 2018 die Ausstellung „Leben nach dem Überleben. Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel“ im Bundessozialgericht in Kassel. Die Rauminstallation besteht aus Fotografien von Holocaust-Überlebenden und ihren Familien in Israel sowie Videosequenzen und Texttafeln.

Ausstellung „Leben nach dem Überleben" ab 1. März 2018 in Kassel
Ausstellung „Leben nach dem Überleben" ab 1. März 2018 in Kassel

Aufgegriffen werden die Themenbereiche Holocaust, Trauma sowie das Leben nach dem Überleben der nationalsozialistischen Verbrechen. Zur Eröffnung am 28. Februar erwartet das Sara Nussbaum Zentrum neben dem Präsidenten des Bundessozialgerichts, Dr. Rainer Schlegel, auch die Überlebende Pnina Katsir aus Israel.

Im Fokus: Die Folgen der Schoah – auch für nachfolgende Generationen
Im Mittelpunkt der Schau stehen die Berichte, Gefühle und Gedanken von Überlebenden des Holocaust, die heute in Israel leben. Sie wurden vor mehr als siebzig Jahren zwar befreit, ihr Leben ist aber bis heute von schweren Traumata geprägt. „Die Verbrechen sind vorbei, aber die Folgen sind bis in die dritte Generation der Nachfahren von Überlebenden zu spüren“, sagte die Geschäftsführerin des Sara Nussbaum Zentrums, Ilana Katz, in einem Pressegespräch bei der Vorstellung des Projekts in Kassel.
Zum Verständnis sowohl der Schoah als auch der heutigen Situation der jüdischen Gemeinschaft sei es wichtig, diesen in der deutschen Öffentlichkeit selten vertieft thematisierten Aspekt zu kennen und zu verstehen, so Katz. Die Ausstellung fragt deshalb, was das Leben nach dem Überleben mit sich bringt für die Überlebenden und ihre Familien. Wie wirken die Schrecken der Verfolgung heute nach? Welchen Einfluss hat der Umgang der Gesellschaft mit der Vergangenheit auf die individuelle Aufarbeitung?

Ilana Katz: Es geht um die Zukunft der Erinnerung
„Es ist von unschätzbarem Wert, dass die Überlebenden der Schoah in der Ausstellung selbst zu Wort kommen und jüngere Generationen so die Möglichkeit der persönlichen Annäherung bekommen“, sagte Katz, die auch Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel ist. Für die Zukunft der Erinnerungskultur in Deutschland sei zudem die Frage wichtig, welche Formen man künftig für die Vermittlung der Schoah finden werde. „Die Ausstellung von Amcha und Helena Schätzle gibt hier eine zeitgemäße Antwort“, sagte die Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, Elena Padva. „Wir möchten besonders junge Menschen erreichen und sind deshalb froh, dass bereits einige Schulklassen für einen Besuch angemeldet sind“, sagte Padva.

Ein von dem jüdischen Zentrum in enger Zusammenarbeit mit Bildungs- und Kultureinrichtungen – etwa dem Staatstheater Kassel und verschiedenen Schulen – organisierte Rahmenprogramm soll zudem eine vertiefte thematische Auseinandersetzung ermöglichen.

Eindrucksvolle Fotos und Porträts
Die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ entstand im Kontext einer intensiven Beschäftigung mit Überlebenden der Schoah und ihren Familien in Israel. Im Auftrag von „Amcha“, einer Hilfsorganisation für die psychologische und psychotherapeutische Unterstützung von Holocaust-Überlebenden, hat die in Kassel ausgebildete und ausgezeichnete Künstlerin Helena Schätzle viele Monate zumeist betagte Überlebende in Israel begleitet und im Kreis ihrer Angehörigen porträtiert. Entstanden sind zusätzlich zu den Fotografien eindrucksvolle Miniaturen, in denen die emotionalen Spuren einer immer noch präsenten Vergangenheit sichtbar werden.

Vom 1 März bis 11. April im Bundesozialgericht zu sehen
Die Ausstellung „Leben nach dem Überleben. Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel“ ist vom 1. März bis 11. April 2018 montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr im Elisabeth-Selbert-Saal des Bundessozialgerichts Frankfurter Str. 298, 34134 Kassel, zu besichtigen.

>> Flyer

Weitere Informationen >> www.sara-nussbaum-zentrum.de
Quelle: Pressemitteilung des Sara Nussbaum Zentrums Kassel vom 20.02.2018