Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Hessen

Zwischen Einzelfall und Muster: Was das Monitoring aufzeigt

17.4.2026 Ein Rabbiner wird im Supermarkt angegriffen. An Schulen werden Hakenkreuze geschmiert und Parolen gerufen. Engagierte Menschen erhalten Hassmails mit Gewaltfantasien. Diese Vorfälle stehen nebeneinander – und wirken oft wie einzelne Meldungen. Erst wenn man sie zusammenführt, wird erkennbar, was dahinter liegt. Der Monitoring-Bericht des Demokratiezentrums Hessen setzt genau hier an: Er bündelt, dokumentiert und ordnet rechtsextreme, rassistische und antisemitische Vorfälle aus dem Land – und macht sichtbar, was im Alltag oft nur punktuell wahrgenommen wird.

Das Monitoring des Beratungsnetzwerk Hessen ist mehr als eine Sammlung von Meldungen. Es schafft eine empirische Grundlage, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, regionale Schwerpunkte sichtbar zu machen und gezielt reagieren zu können.

Die Berichte basieren auf öffentlich zugänglichen und überprüfbaren Quellen – darunter Polizeimeldungen, Medienberichte und Recherchen im Netz. In der chronologischen Darstellung entsteht daraus ein fortlaufendes Lagebild, das sowohl für Fachstellen als auch für Öffentlichkeit und Medien eine wichtige Orientierung bietet.

Gleichzeitig unterstützt das Monitoring die praktische Arbeit vor Ort: Es hilft dabei, Betroffene zu identifizieren, Unterstützungsangebote anzustoßen und Präventionsarbeit gezielt auszurichten

Nach der Pause: Monitoring wieder regelmäßig

In den vergangenen Monaten musste die Veröffentlichung der Monitoring-Berichte vorübergehend ausgesetzt werden. Hintergrund waren fehlende Kapazitäten nach dem Wegfall eines langjährigen Partners in der Recherche und Erstellung.

Umso wichtiger ist der Neustart:
Das Monitoring wird nun wieder aufgenommen und soll künftig auch wieder regelmäßig erscheinen.

Damit steht dem Beratungsnetzwerk Hessen und der Öffentlichkeit erneut ein zentrales Instrument zur Verfügung, um Entwicklungen kontinuierlich im Blick zu behalten.

Kein vollständiges Bild – aber ein notwendiger Anfang

So wichtig das Monitoring ist: Es bleibt immer ein Ausschnitt. Nicht alle Vorfälle werden bekannt, nicht alle werden gemeldet oder öffentlich dokumentiert. Die Berichte erheben daher ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Gerade deshalb ist die Beteiligung aus der Gesellschaft entscheidend.

Hinweise machen den Unterschied

Wer Vorfälle beobachtet – ob Schmierereien, Sticker, Parolen, Bedrohungen oder andere Formen von Menschenfeindlichkeit – kann dazu beitragen, Entwicklungen sichtbar zu machen.

Auch vermeintlich kleine Beobachtungen sind relevant, weil sie in der Gesamtschau Hinweise auf lokale Dynamiken geben können.

Hinweise mit Ort, Datum und – wenn möglich – nachvollziehbaren Quellen können an
monitoring@beratungsnetzwerk-hessen.de gesendet werden.

Gemeinsam hinschauen

Das Monitoring lebt von dieser gemeinsamen Aufmerksamkeit. Es bündelt, was sonst vereinzelt bleibt – und schafft damit die Grundlage, um Entwicklungen zu verstehen und ihnen entgegenzutreten.

👉 Den aktuellen Monitoring-Bericht finden Sie hier.