Netzwerk gegen Gewalt

Im aktuellen „Porträt des Monats“ wird das „Netzwerk gegen Gewalt“ vorgestellt.

Das „Netzwerk gegen Gewalt“ in Hessen versteht Gewaltprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es will Beiträge zur Intensivierung der Kooperation aller in der Gewaltprävention tätigen Behörden, Institutionen, Vereine, Verbände und Initiativen leisten.

Die Hessische Landesregierung hat das Netzwerk gegen Gewalt mit der Aufgabe initiiert, gesellschaftliche Kräfte zu mobilisieren und Akteure der Gewaltprävention, wie Behörden, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Eltern, Vereine, private Initiativen und engagierte Menschen in Hessen zu vernetzen.
Die gewaltpräventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen und Schulen und Angebote zur Förderung der Erziehungskompetenz von Eltern sind dabei unverzichtbare Elemente.

Opferzentrierte Präventionsprogramme, wie das Programm „Prävention im Team Hessen“ (www.pit-hessen.de), ein Projekt des Netzwerks gegen Gewalt, oder die Aktion „Gewalt-Sehen-Helfen“ zur Stärkung der Zivilcourage, deren Einführung in Städten, Gemeinden und Landkreisen das Netzwerk gegen Gewalt aktiv unterstützt, sind wichtige Ansätze, deren Erfolg nachgewiesen ist.

Warum ein Netzwerk gegen Gewalt?

Für viele Kinder und Jugendliche ist Gewalt inzwischen ein erprobtes Mittel zur Durchsetzung eigener Bedürfnisse geworden. Aber: Sind steigende Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik Ausdruck einer steigenden Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen oder sind sie „nur“ das Ergebnis genaueren Hinschauens, einer erhöhten Anzeigebereitschaft? Zeigen sie die zurückgehende Fähigkeit der Menschen, Konflikte des Alltags selbst, d.h. ohne staatliches Eingreifen, gewaltfrei zu lösen? Besteht die Gefahr, dass junge Menschen, die selbst Opfer von Gewalt wurden, Gewalt als Mittel zur Durchsetzung eigener Ziele akzeptieren und erlernen?

Eindimensionale Erklärungen für Gewalt und Gewaltkriminalität taugen nicht. Das Risiko für aggressives und gewalttätiges Verhalten erhöht sich Erkenntnissen der Wissenschaft, wenn mehrere belastende Faktoren zusammentreffen und über einen längeren Zeitraum andauern.

Gewalt, die durch junge Menschen ausgeübt wird, ist immer im Kontext ihrer lebensweltlichen Bedingungen zu betrachten. Insofern kommt in der Gewaltprävention den Institutionen und Einrichtungen besondere Bedeutung zu, die sich mit der Ausbildung, Erziehung und Förderung junger Menschen befassen. Schule als Einrichtung, die sich mit Ausbildung und Erziehung von jungen Menschen befasst, nimmt neben dem Elternhaus eine zentrale Stelle ein.

Ziele und Aufgaben des Netzwerks gegen Gewalt

Das Netzwerk gegen Gewalt will

  • das Bewusstsein dafür entwickeln und verstärken, dass Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche ein gesamtgesellschaftlich relevantes Thema ist,
  • Initiativen zur Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche selbst entwickeln und in Hessen erproben,
  • bewährte Konzepte fortschreiben, auf ihre Eignung hin prüfen und in Hessen einführen,
  • bestehendes örtliches und regionales Engagement auf behördlicher und nichtstaatlicher Ebene unterstützen und fördern,
  • Informationen und Wissen über die Kriminalitätslage vermitteln,
  • über absehbare Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten informieren.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kooperation und Vernetzung von Schule, Jugendhilfe, Justiz und Polizei, der durch die aktive Mitwirkung der beteiligten Ministerien deutlich wird.

Was machen wir konkret?

  • Wir unterstützen Sie bei der Einrichtung von neuen Präventionsräten und Arbeitskreisen auf örtlicher Ebene.
  • Wir fördern und begleiten Projekte und Kampagnen. Erfolgreiche Beispiele sind die Projekte „Prävention im Team“ (PiT-Hessen), die Kampagne „Gewalt – Sehen – Helfen“ sowie das Programm „FairStändnis für neue Medien – Medienethik und Zivilcourage fördern“.
  • Wir führen Fachtagungen zu aktuellen Themen und Fragestellungen durch, bei denen die Sichtweisen unterschiedlicher Berufsgruppen und nichtstaatlicher Akteure ausgetauscht werden.
  • Wir informieren Sie auf unserer Homepage fortlaufend über Präventionsprojekte und Veranstaltungen und bieten Ihnen hier einen Präventionsatlas Hessen, einen Referentenpool und einen Terminkalender.
  • Wir befassen uns mit besonderen Gewaltphänomenen und erarbeiten Handlungsempfehlungen und Konzepte.

Neben der zentralen Geschäftsstelle gibt es sieben regionale Geschäftsstellen über ganz Hessen verteilt.

Weitere ausführliche Informationen auf der Website von „Netz gegen Gewalt“:  https://netzwerk-gegen-gewalt.hessen.de/

Logo von "Netzwerk gegen Gewalt"

Kontakt

Netzwerk gegen Gewalt
Zentrale Geschäftsstelle
Friedrich-Ebert-Allee 12
65185 Wiesbaden
E-Mail: netzwerk-gegen-gewalt@hmdis.hessen.de
Internet: https://netzwerk-gegen-gewalt.hessen.de/